Boom für die Kantinen


Während es mit der allgemeinen Gastwirtschaft und Hotellerie bergab geht (Gaststätten minus 5,4 %, das Beherbergungsgewerbe sogar minus 9,7 % bei den Einnahmen; mehr dazu hier), verzeichnen die Kantinen und Personalrestaurants anscheinend einen deutlichen Zuwachs. In der Basler Zeitung bin ich dazu auf einen interessanten Artikel gestossen, in dem es zu den Kantinen heisst: "Wo nicht kurzgearbeitet wird, verpflegen diese mehr Leute als üblich."

Kein Wunder, ist doch das Kantinenessen in der Regel vom Arbeitgeber subventioniert und damit deutlich billiger als das Essen in "normalen" Restaurants, bei genauer Berechnung oft sogar günstiger als selbst warm zu kochen.

Das weckt natürlich Erinnerungen und Assoziationen: Was wurde im Zuge der grossen Rationalisierungswellen zuerst - gleichsam als Trainingsobjekt - outgesourct? Meist waren es die Betriebskantinen. In unseren Seminaren zum Betriebsübergang und in der Schulung und Beratung von Betriebsräten war die Kantine oft das Beispiel par excellence für alle Widrigkeiten des Betriebsüberganges. Ja und auch die Rechtsprechung hat sich des Themas umfangreich angenommen. Ganz zu schweigen von der Frage des einheitlichen Betriebes im Sinne des Betriebsverfassungsrechts. Tja.

Die Pointe kommt jetzt: Ich habe mich bei alten Kontakten umgehört. Die - outgesourcten - Kantinen arbeiten in sehr vielen Betrieben deutlich rentabler, als der eigentliche Betrieb. Und da kommt der Bumerang schadensfroh zurück. Hätte man das mal besser bleiben lassen mit dem Outsourcing. Dann wäre vielleicht das Essen noch besser und es gäbe wenigstens einen Geschäftsbereich mit richtig guten schwarzen Zahlen.

Nur so ein paar Gedanken aufs Wochenende...


Gepostet am Freitag - 19. Juni 2009, 11:24
       
Autor: Henning Wüst
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